Kooperatives Miteinander

Motor einer wissensbasierten Stadtentwicklung

Um im Sinne einer wissensbasierten Stadtentwicklung qualifiziert synergetische Effekte bei der Förderung von Wissensorten und Lebensqualität aufzuzeigen und nutzbar zu machen, kommt einer professionellen, langfristig ausgerichteten und systematischen Kooperation der Wissenseinrichtungen und dauerhaften Kommunikation mit der eigenen Bevölkerung eine besondere Bedeutung zu.

Das kooperative Miteinander der Mitglieder der Pier der Wissenschaft wird von folgenden Grundsätzen getragen:

  1. Bremerhaven versteht sich ganz im Sinne des vom Stifterverband initiierten Wettbewerbs als Wissenschaftsstadt, in der angestrebt wird, Wissen und Wissenschaft im Sinne einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung zu bündeln. Die Exponenten der Wissenschaft sind gefragte Partner von Politik und Stadtgesellschaft. Sie sind Mitglieder in den Gremien der Stadt und schätzen und respektieren die Stadt als ihre natürliche Partnerin.
  1. Bremerhaven sieht es als eine ihrer vorrangigen Aufgaben an, Kinder und Jugendliche für Wissen zu begeistern und zu fördern. Diese Aufgabe gilt es schulisch und außer-schulisch zu erfüllen. In der Wissenschaftsstadt Bremerhaven soll deshalb die Bevölkerung aktiv in diese Entwicklung einbezogen werden und durch Angebote zwischen Emotion und Information auch diejenigen mit Wissenschaft in Berührung bringen, denen der Wert von Wissen und Bildung bisher nur wenig bewusst ist.
  1. Die Ergebnisse der Image- und Identitätsanalyse 2007 und 2013 haben unterstrichen, dass „maritime Forschung und Technologie“ zu den vier zentralen Elementen der Markenstärke und damit der Positionierung von Bremerhaven gehören. Diese werden ergänzt durch die Geisteswissenschaften, insbesondere die erstarkte Migrationsforschung, die durch die Geschichte der Hafenstadt am hiesigen Standort ihre Berechtigung findet und aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Debatten und Herausforderungen eine zunehmende Relevanz erhält. In ihrem Stadt- und Standortmarketing soll Bremerhaven den erkennbaren Anteil an hochqualifizierten Arbeitsplätzen stärker herausstellen. Damit soll zugleich die gewünschte stärkere Bindung der im Wissenschaftssektor Tätigen an die Stadt als Mitbürger unterstützt werden.
  1. Der Städtewettbewerb der Zukunft ist ein Wettbewerb um Menschen. Damit eine Stadt für Ansiedlungen aus dem Wissenschaftsbereich attraktiv ist, muss sich ihre urbane Qualität auch an den Ansprüchen der sogenannten „Wissensarbeiter“ (Richard Florida[1]) ausrichten. Der Einsatz für die Attraktivität einer Stadt ist eine wichtige Daueraufgabe, die in jedem Fall eine Aufwertung der sogenannten „weichen Standortfaktoren“ umfasst, denn es geht dabei um die Lebensqualität in jeder Hinsicht.
  1. Durch ein entsprechend abgesichertes finanzielles Budget kann eine nachhaltige öffentliche Präsenz der Arbeit der Pier der Wissenschaft und der Themen Wissen, Wissenschaft und Bildung in Bremerhaven sichergestellt und als deutliches Signal für das Wiedererstarken einer wissensbasierten Stadtentwicklung verstanden werden.
  1. In Bremerhaven sind strukturelle Entwicklungsmöglichkeiten bei der Zusammenarbeit von kulturellen Einrichtungen, Museen, Schulen, Bibliotheken, Ausbildungseinrichtungen, Archiven und wissenschaftlichen Institutionen zu erschließen und Dopplungen sowie Überschneidungen aus der Vielzahl der Initiativen auf Synergien zu überprüfen. Eine professionell organisierte Netzwerkarbeit verbindet im Sinne eines Clustermanagements Themen mit wissenschaftlicher Alleinstellung mit dem wirtschaftlichen Potenzial am Standort und dem Stadtprofil. Vor diesem Hintergrund bildet für die Mitglieder Pier der Wissenschaft die Tätigkeit der Erlebnis Bremerhaven GmbH als deren Geschäfts-stelle den Einstieg, um ein „Wissenschaftsbüro“ zum Bestandteil des Stadtmarketing werden zu lassen.
  1. Auf der Grundlage dieser institutionellen Verankerung und klaren Unterstützung des Netzwerks zwischen Wissenschaft und Stadt will sich Bremerhaven zukünftig auch aktiv an dem Erfahrungsaustausch der sieben Gewinnerstädte von „Stadt der Wissenschaft“ beteiligen. Im sog. „Lübecker Katalog“ wurde die Absicht erklärt, im Kreis der „Stadt der Wissenschaft“-Gewinner auch künftig zusammenarbeiten zu wollen. Auf die Herausforderung einer stärkeren nationalen und europäischen Unterstützung wollen die sieben „Städte der Wissenschaft“ gemeinsam reagieren und im Rahmen von gemeinsamen Projekten einen Beitrag zur Transformation in eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung ihrer Städte leisten.

[1] Richard Florida: The Rise of the Creative Class, New York 2002