„Kimberly“ im Finale des Filmfestivals in Karlsruhe

Studierende der Hochschule Bremerhaven freuen sich über erste Nominierung ihres Films

Der animierte Dokumentarfilm „Kimberly“ wurde beim Best Independents International Film Festival in Karlsruhe in der Kategorie für den besten Animationsfilm nominiert. Auch wenn es am Ende nicht ganz für den ersten Platz gereicht hat, ist die Freude beim Projektteam des Studiengangs Digitale Medienproduktion riesig. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir noch dieses Jahr auf einem Festival vertreten sind“, erklärt Michael Niemann, einer der Animatoren aus dem DMP-Team. „Tatsächlich liegt der Film derzeit nur in der deutschen Sprachfassung vor, deswegen konnten wir den Film bislang nur bei ganz wenigen Festivals einreichen – umso schöner ist dieser unerwartete Erfolg“, ergänzt Projektleiter Prof. Dr. Holger Rada. Eine englische Sprachfassung ist derzeit aber schon in Arbeit, so dass der Film im neuen Jahr mit ein bisschen Glück auch auf internationalen Festivals außerhalb Deutschlands zu sehen sein wird.

Das Thema des Films ist ernst. „Kimberly“, so die Protagonistin des Films, leidet unter Depressionen. Der Film basiert auf ihren Tagebucheinträgen. „Kimberly heißt in Wirklichkeit anders, das Team kennt ihren richtigen Namen nicht“, erläutert Kristen Maree Jewson das Konzept. „Wir kommunizieren über eine Kontaktperson mit ihr.“ Daher ist die Kimberly des Films gleichzeitig die Kimberly des Tagebuchs und doch auch eine ganz andere Figur – entsprungen aus der Vorstellungskraft des Teams und gezeichnet von der Illustratorin Caroline Schneider. Fast ein Jahr lang haben sich zehn Studierende des Studiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven mit der Thematik Depression und der Umsetzung als AnimaDok, einer Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm, auseinandergesetzt. Unter Leitung von Holger Rada ist schließlich ein aufwändig produzierter achtminütiger Film entstanden.

Kimberly schreibt in Ihren Tagebüchern über Antriebslosigkeit, mangelndes Selbstwertgefühl, ihre quälende Einsamkeit und das Gefühl, von niemandem verstanden zu werden. „Das ist genau der Punkt, wo ein animierter Dokufilm seine Stärken ausspielen kann“, erläutert Holger Rada das Konzept: „Die echte Kimberly hätte einer Realverfilmung nicht zugestimmt, so aber können wir Anonymität gewährleisten und sind doch ganz nah an ihren Gedanken und Gefühlen.“

Die Ideenfindung und Kontaktaufnahme hat einige Wochen gedauert, sehr viel mehr Zeit hat das Team dagegen auf die Entwicklung des Stils und der Animationstechniken verwendet. „Am Ende haben wir uns für einen klassischen Zeichenstil entschieden und die Bildebenen in der Postproduktion bewusst auf einfache Weise animiert“, erklärt Illustratorin Caroline Schneider die Umsetzung. Dennoch sind Monate vergangen, bis die ersten beiden Tagebuchsequenzen fertig geworden sind.

Am Ende steht ein Animationsfilm, der sich durch seinen Zeichenstil und seinen Entwurfscharakter klar von gängigen 3D-Animationsfilmen abgrenzt. „Und auf das Tabuthema Depression aufmerksam macht“, ergänzt Kristen Maree Jewson. Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist im Lauf seines Lebens davon betroffen. Viele Betroffene trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen. „Mit unserem Film“, so Jewson, „verfolgen wir das Ziel, den Zuschauerinnen und Zuschauer zu zeigen, dass Depressionen mehr bedeuten als nur traurig zu sein.“

Der Trailer ist zu sehen unter: www.youtube.com
Weitere Informationen unter: www.hs-bremerhaven.de

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