Junge Menschen tragen Erlerntes in die Welt

Graduierung von Stipendiaten der Meereswissenschaften

Am kommenden Samstag, den 29. Juni 2019 feiern 33 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt ihren Expertenabschluss am Alfred-Wegener-Institut. Zehn Stipendiaten nehmen damit Abschied von einem zehnmonatigen Lebensabschnitt, 23 junge Menschen haben eine spannende einmonatige Expedition hinter sich.

Sie kommen aus Kamerun, Indonesien, Argentinien – und vielen weiteren Ländern. Was sie eint, ist das Interesse an der Meeresforschung sowie die Unterstützung von der japanischen Nippon Foundation und der Partnership for Observation of the Global Oceans (POGO). Beide Organisationen haben sich die Förderung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit und des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Aufgabe gemacht. Seit dem Jahr 2013 unterstützen sie mit einem Centre of Excellence in Observational Oceanography am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) Ausbildung und Vernetzung von jährlich zehn Stipendiaten. Die Nachwuchskräfte aus allen Disziplinen der Meereswissenschaften bilden sich zehn Monate lang in Theorie und Praxis fort. Die wissenschaftlichen Erfahrungen sammeln die Stipendiaten am AWI auf Helgoland, Sylt und in Bremerhaven. Internationale Experten von weiteren Forschungseinrichtungen unterrichten mit und betreuen die Abschlussarbeiten.

Die POGO-Stipendiaten 2018/19 bei einem Erste-Hilfe-Training. (c) Alfred-Wegener-Institut
Die POGO-Stipendiaten 2018/19 bei einem Erste-Hilfe-Training. (c) Alfred-Wegener-Institut

Ein wichtiger Fokus neben der wissenschaftlichen Ausbildung ist die Netzwerkbildung, die die Nippon Foundation mit weiteren Programmen unterstützt. So haben die Stipendiaten auch nach der Rückkehr in ihre Heimatländer die Möglichkeit, an Austauschprogrammen oder wissenschaftlichen Tagungen über das Alumni Netzwerk Programm NANO teilzunehmen. Der erste große Austausch mit weiteren Nachwuchskräften findet dieses Jahr im Rahmen der feierlichen Graduierung statt: Gemeinsam mit den Absolventen des Centre of Excellence erhalten 23 Teilnehmende der sogenannten schwimmenden Universität ihre Abschlussurkunden. Sie werden am Samstag eine einmonatige Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern in Bremerhaven beenden. Die Polarstern hat sich erneut als ideales Schiff nicht nur für die Forschung, sondern gleichzeitig für die Ausbildung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentiert. „Wo sonst können so viele junge Forscherinnen und Forscher die Vielfalt der meereskundlichen Methoden so professionell kennenlernen und an ihre Bedürfnisse anpassen?“, fragt Fahrtleiterin Prof. Dr. Karen Wiltshire. Sie nutzten den Rückweg des Eisbrechers aus der Antarktis von Port Stanley (Falklandinseln), um mehr über die Wechselwirkungen zwischen Ozean, Atmosphäre und Klima zu lernen und sich für eine aktiven Klimaschutz weltweit einzusetzen. (Link auf https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/internationale-wissenschaftliche-nachwuchskraefte-an-bord-polarstern.html). Dass Wissenschaft und die Vermittlung von Wissen untrennbar sind, haben die Stipendiaten praktisch erlernt durch Beteiligung von Schulen aus Portugal, Japan, Irland, Großbritannien und Deutschland, mit denen über Videoverbindung gesprochen wurde und die Eindrücke der Fahrt und Bewusstsein für das Meer direkt ins Klassenzimmer getragen wurden. In Leipzig wurde eine Klimakonferenz sächsischer Schülerinnen und Schüler durch einen Videoanruf mit lebhafter Diskussion mit den dort anwesenden 500 Teilnehmenden unterstützt. Direkt von der Polarstern aus hat Fahrtleiterin Wiltshire die aktuellen Ergebnisse der Fahrt beim Klimasymposium im Klimahaus Bremerhaven vorgestellt.

Die Expeditionsteilnehmenden im Labor (c) L. Krug, POGO
Die Expeditionsteilnehmenden im Labor (c) L. Krug, POGO

Beide Gruppen von Nachwuchskräften stellen bei der gemeinsamen Veranstaltung am Samstagnachmittag ihre Projektarbeiten vor. Dabei sind auch Bremens Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt, Bremerhavens Bürgermeister Torsten Neuhoff und der Bundestagsabgeordnete Ernst-Dieter Rossmann (Wahlkreis Pinneberg, zu dem die Insel Helgoland gehört) sowie die Lehrenden der Programme und Kolleginnen und Kollegen des Alfred-Wegener-Instituts.

Beteiligte Institutionen

POGO – Partnership for Observation of the Global Oceans

Nippon Foundation

AtlantOS – Optimising and Enhancing the Integrated Atlantic Ocean Observing Systems

National University Galway

REKLIM – Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaänderungen

PORTWIMS – Portugal Twinning for Innovation and Excellence in Marine Science and Earth Observation

 

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