Vorbereitungen für Bau des AWI-Technikums laufen an

Informationen vor Ort bei Veranstaltung „Geestemünde geht zum Wasser“ im Bereich Klußmannstraße

Mitte September beginnen die Bauvorbereitungen für das AWI-Technikum. Der Neubau ist Teil des AWI-Campus in der Klußmannstraße am Bremerhavener Handelshafen. Interessierte können sich am Sonntag, den 16. September vor Ort informieren.

Der Neubau wird zukünftig das Herzstück des neuen Campus des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Das Gebäude in der Klußmannstraße wird sich entlang des Yachthafens erstrecken und enthält einen Büro- und Werkstatt-Bereich sowie eine große Expeditions-Vorbereitungshalle mit Hochregallager. Etwa 40 Wissenschaftler und Ingenieure testen und entwickeln in dem neuen Technikum zukünftig unter anderem Eisbohrer in einem 15 Meter hohen Turm oder überprüfen die Zuverlässigkeit von Messeinrichtungen unter naturnahen Bedingungen.

Hierfür wird es in dem Gebäude Kälteräume mit Temperaturen bis -80°C und ein mit Meerwasser gefülltes Testbecken geben. Diese Tests sind wichtig für die Vorbereitung von Expeditionen, denn die zum Einsatz kommenden Messinstrumente müssen extremen Bedingungen standhalten und in den entlegensten Regionen der Erde zuverlässig funktionieren. Über einen langen Zeitraum ohne Service und Wartung müssen sie autark Daten messen und anschließend senden oder speichern können.

Erster Entwurf AWI-Technikum
Erster Entwurf des AWI-Technikums: Anmutung von der Drehbrücke zum Weser Yacht Club aus gesehen. (c) ksg architekten

„Wir freuen uns sehr, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Land Bremen die rund 14 Millionen Euro bereitstellen, damit wir die bisher über mehrere Gebäude in Bremerhaven verteilten Arbeiten an einem Ort konzentrieren können,“ sagt Prof. Dr. Antje Boetius. „Die modernen Möglichkeiten werden neue Impulse für die Entwicklung von Meerestechnologien am AWI geben“, ist sich die AWI-Direktorin sicher. Bis die Mitarbeiter das neue Technikum beziehen können, wird es jedoch noch dauern. Zunächst stehen Bauvorbereitungen auf dem Gelände an: Die sogenannte Nordsee-Villa muss dem Neubau weichen und mehrere hundert Pfähle werden etwa alle 2,5 Meter in den Boden getrieben. „Die Gründungspfähle sorgen dafür, dass das Gebäude solide steht und weitere Pfähle werden das Gebäude zudem über Geothermie mit Wärme versorgen“, berichtet der AWI-Projektleiter Dr. Andreas Schmidt. Wenn keine unplanmäßig aufwendigen Bodenarbeiten nötig sind, soll die Grundsteinlegung Anfang/Mitte des Jahres 2019 stattfinden. Der Innenausbau und die Ausstattung der Spezialräume wird dann voraussichtlich etwa bis zum Jahreswechsel 2020/21 dauern.

Das Technikum wird aus Sicht von Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz eine wichtige Landmarke für das neu zu entwickelnde Werftquartier sein: „Als Verbindung von Stadtmitte zum Werftquartier wird mit dem AWI-Technikum und weiteren dort vom AWI genutzten Gebäuden ein Forschungs- und Entwicklungsgebiet entstehen, das den Anspruch Bremerhavens als Wissenschaftsstadt unterstreicht.“ Großen Wert legt der Oberbürgermeister darauf, dass die Wasserkante an Handels- und Werfthafen begehbar sein wird. „So kann Bremerhaven auch gefühlt näher ans Wasser rücken.“

„Das AWI stärkt mit dem neuen Technikum an der Klußmannstraße die Forschungslandschaft im und am Fischereihafen. Daher freuen wir uns sehr über die Aktivitäten des AWI und stellen die benötigten Flächen gerne zur Verfügung“, sagt Petra Neykov, die Geschäftsführerin der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG). Die FBG hat bereits 2017 das Gebäude Klußmannstraße 3d mit einer Gesamtfläche von ca. 2.800 m² generalsaniert und anschließend an das AWI vermietet. Die FBG prüft aktuell, wie auch das ehemalige Nordsee-Gebäude an der Kaje des Handelshafens mit einer Gesamtfläche von ca. 5.800 m² für eine neue Nutzung hergerichtet werden kann. Außerdem soll in diesem Bereich auch der Freiraum neugestaltet werden.

Anlässlich der Grundsteinlegung im kommenden Jahr wird auch eine Delegation aus Grönland eingeladen werden, denn das Gebäude wird nach Rasmus Willumsen benannt. Der Grönländer aus Ukkusissat gehörte zu den Menschen, die Alfred Wegeners Expedition im Jahr 1930 unterstützten. Er steht beispielhaft für die unzähligen Unterstützer der Wissenschaft, die auch heute die Forschung erst ermöglichen. Rasmussen war derjenige, der Wegener auf der verhängnisvollen Rückreise von Eismitte begleitete und bei der Wegener starb. Offensichtlich war er von Willumsen mit großer Sorgfalt, Würde und Respekt begraben worden. Kurz nach Wegeners Tod starb auch Willumsen, obwohl unklar ist, wie und wann genau, denn seine Leiche wurde nicht gefunden.

Anwohner und Interessierte haben am Sonntag, 16. September 2018 von 12 bis 17 Uhr die Gelegenheit, sich über das Bauvorhaben zu informieren. Im Rahmen der vom Standortmanagement Geestemünde organisierten Veranstaltung „Geestemünde geht zum Wasser“ freuen sich Technikums-Projektleiter Dr. Andreas Schmidt und AWI-Ozeanograph Dr. Gerd Rohardt, der die Belange der Nutzer koordiniert, auf viele Besucher. Neben den Informationen zum Technikum zeigt das Alfred-Wegener-Institut dort auch das Polarcamp – eine interaktive Antarktis-Ausstellung – und die Tauchgruppe gibt auf dem Gelände in der Klußmannstraße Einblicke in ihre Arbeit. Auf der anderen Seite des Hafenbeckens öffnet das AWI Zentrum für Aquakulturforschung (ZAF) seine Türen. Auch die FBG wird im Rahmen der Veranstaltung über ihre Arbeit und die weitere Entwicklung im Bereich Klußmannstraße 3 informieren.

Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es unter:

https://www.standort-geestemuende.de/news-archiv/news/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=8&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bd73d6f9ba1281ef6933880ea949af0c

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