Das Deutsche Schifffahrtsmuseum im Wandel: Mensch und Meer im Fokus

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) stellt sich neu auf: Als Forschungsmuseum und Leibniz-Institut für Maritime Geschichte

Museumsdirektorin Sunhild Kleingärtner (c) DSM
Museumsdirektorin Sunhild Kleingärtner (c) DSM

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) ist nicht nur in der Region Bremerhaven verankert und anerkannt, es ist das größte Museum für Schifffahrtsgeschichte in Deutschland. Als eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft leistet es einen wichtigen Beitrag zur Erforschung maritimer Fragestellungen im internationalen Kontext. Damit übernimmt das DSM eine Brückenfunktion von der Forschung zur Bildung und verknüpft nachhaltig die Bereiche Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit.

„Mensch & Meer“: Schiffe als Bindeglied
Im Rahmen seines neuen Forschungs- und Ausstellungsprogramms „Mensch & Meer“ fragt das DSM nach den sozialen, technischen, ökonomischen und ökologischen Gründen sowie den Folgen und Auswirkungen der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Meer. Die zahlreichen Schiffe und Objekte der Sammlung repräsentieren den Zugang des Menschen zum Meer. Aus ihnen werden die Forschungsfragen und -themen im Dialog mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen der jeweiligen Zeit gewonnen. Bis es Flugzeuge gab, waren Schiffe die einzige Verbindung zwischen den Kontinenten. Heute ist die Schifffahrt Teil des Klimaproblems, Lösungen sind gefragt. Der historische Blick in die Vergangenheit bietet gleichzeitig Erkenntnisse für die Zukunft.

Ausstellen ist im DSM Teil des wissenschaftlichen Publizierens, was bedeutet, dass die Wissenschaftler*innen des Hauses zugleich wissenschaftliche Kurator*innen sind. Das DSM unterscheidet in Zukunft nicht mehr in Sonder- und Dauerausstellungen, sondern entwickelt derzeit ein sogenanntes semipermanentes Ausstellungssystem für alle Gebäudekomplexe. Ziel ist es, die Arbeit des Forschens und die daraus resultierenden Ergebnisse sichtbar und erlebbar zu machen. Die Besucher*innen werden selbst zu Forscher*innen und angeregt, eigene Fragen zu stellen. Das DSM ist damit eines der ersten Museen, das sich der Vermittlung von „Sustainable Development Goals“ (SDGs) annimmt, die zur Selbstreflektion anregen: „Wie wollen wir morgen leben? Welchen Beitrag können wir leisten? Welche Haltung nehme ich ein?” Mit dem Programm sollen verstärkt Familien und Schulklassen angesprochen werden.

„Neue Verbindungen schaffen“ lautet hier das Motto des DSM, das sich als roter Faden von der Forschungsarbeit über die Ausstellung bis hin zur Vermittlung zieht. In der 2017 fertig gestellten Kogge-Halle ist dieser Ansatz bereits ebenso zu erleben wie in der aktuellen Werksausstellung „Gegen den Strom – Flussschifffahrt im Mittelalter“ (bis 30. Juni 2018). Ab dem 2. Juli geht das Scharoun-Gebäude in die Umbauphase. Vorher findet hier am 30. Juni und 1. Juli ein „Zukunftswochenende“ statt, bei dem die Wissenschafter*innen die Themen der neuen Ausstellungsbereiche vorstellen und Fragen beantworten.

Neues Programm – neues Erscheinungsbild
Der umfassende Strukturwandel, den das Deutsche Schifffahrtsmuseum im Inneren sowie mit den einhergehenden notwendigen Sanierungsmaßnahmen der Gebäude auch außen bis zum Jahr 2021 vollzogen haben möchte, soll auch für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Deshalb wurden parallel ein neues Erscheinungsbild, ein neues Logo und ein neuer Internetauftritt entwickelt. Das Haus passt darüber hinaus seinen Namen der aktuellen Rechtschreibung an: In Zukunft firmiert es als Deutsches Schifffahrtsmuseum mit drei „f“. Der zusätzliche Name „Leibniz-Institut für Maritime Geschichte“ verweist auf die Zugehörigkeit zur Leibniz-Gemeinschaft und den damit verbundenen Forschungsanspruch.
Mit dem Forschungs- und Ausstellungsprogramm „Mensch & Meer“ verfolgt das DSM einen partizipativen Ansatz. Das „M“ im Logo steht dabei für „Museum“ ebenso wie für „Mensch“ und „Meer“.

Internetseite mit aktuellen News
Der frühzeitige Relaunch der Internetseite www.dsm.museum gibt dem DSM die Möglichkeit, die Öffentlichkeit bereits jetzt in die Forschungsarbeit mit einzubeziehen und sie an der weiteren Entwicklung des neuen Programms teilhaben zu lassen. Die Webseite wird in den kommenden Monaten weiter ausgebaut und um ein Wissenschaftsportal ergänzt. Das Museum kann zukünftig verstärkt über das Portal und seine Social Media Kanäle mit Wissenschaftler*innen, der Bremerhavener Bevölkerung, Schulen und künftigen Gästegruppen aus aller Welt in Dialog treten. Diese wiederum können hier einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich über das vielschichtige Thema „Mensch & Meer“ informieren. Über die neue Webseite und die Social Media Kanäle sollen künftig schnell und aktuell über Baufortschritte oder Neuigkeiten aus der Forschungsarbeit informiert werden.

Erste Ideen für die Entwicklung des Museumshafens
Zu einem Schifffahrtsmuseum gehören unabdingbar auch begehbare Schiffe, die den Besucher*innen das Gefühl der Arbeitsbedingungen und des Lebens an Bord in der jeweiligen Zeit veranschaulichen. Sie sind Anziehungspunkte für Tourist*innen und Identifikationsobjekte für die Bremerhavener Bevöl-kerung. So wird die „Seute Deern“ von vielen Menschen als wichtiges Wahrzeichen der Stadt gesehen. Eine der nächsten großen Aufgaben des DSM ist daher gemeinsam mit der Stadt und dem Land ein touristisches Konzept für den Museumshafen und das Freigelände zu entwickeln, das auch die dringend notwendige Sanierung der Schiffe umfassen soll. Hierzu gibt es erste Ideenansätze, die derzeit mit Expert*innen und Zuwendungsgebern sondiert werden.

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