Aus Bayern an die Küste

Teresa Grunwald ist Volontärin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven

Was veranlasst eine junge Frau aus Bayern nach Bremerhaven zu ziehen? Bestimmung, Zufall, Begeisterung…? Bei Teresa Grunwald war definitiv Letzteres im Spiel und entscheidend für ihre berufliche Entwicklung.

Studium als Steilvorlage

Auslöser für Teresa Grunwalds Entscheidung, unsere Seestadt zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen, war ein Urlaubsaufenthalt in 2013. Mit ihrer Familie besuchte sie Bremerhaven und das Deutsche Auswandererhaus. Die zahlreichen Migrationsgeschichten und die eindrucksvolle Welt, die in diesem musealen Erlebnisraum geschaffen wurde, begeisterten Teresa Grunwald nachhaltig. Drei Jahre später adressierte sie eine Bewerbung an das preisgekrönte Erlebnismuseum. Ein Bachelorabschluss mit kulturgeschichtlichem Schwerpunkt, ein anschließender Master in Nordamerika-Studien an der Universität Augsburg und Erfahrung in der Pressearbeit, waren Steilvorlagen für das Deutsche Auswandererhaus. Das Wissen um die Geschichte und Kultur Nordamerikas, journalistische Erfahrung und die Begeisterung für das Deutsche Auswandererhaus und das Thema der Amerikaauswanderung – all das verschaffte Teresa Grunwald 2016 den erwünschten Arbeitsplatz als Volontärin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der 800 Kilometer entfernen Seestadt.

Bremerhaven ist gar nicht so

Heute – zwei Jahre später – berichtet Teresa Grunwald voller Enthusiasmus von ihrer Arbeit, von Bremerhaven – das sie mit offenen Armen empfangen hat – und von ihrem neuen Leben an der Küste. „Hier kann man sich – aller Einwendungen von Freunden und Kommilitonen im fernen Augsburg zum Trotz – wirklich wohlfühlen.“ Das liegt an der guten Gemeinschaft unter den Kolleginnen und Kollegen im Deutschen Auswandererhaus, am vielfältigen Kulturangebot Bremerhavens und nicht zuletzt an der Offenheit im persönlichen Umgang.

Abwechslungsreicher Arbeitsalltag

Auf die Frage, was sie an ihrer Arbeit besonders begeistert, berichtet die Pressevolontärin fasziniert von ihren persönlichen Kontakten mit Menschen, die eine eigene Auswanderungshistorie haben oder in einem besonderen Bezug zu den Ausstellungsaktivitäten des Hauses stehen. „Nach wie vor ist es ein berührendes Erlebnis, in die Biografien vergangener Zeiten einzutauchen“, sagt die junge Augsburgerin. „Zu meinen persönlichen Highlights zählen die ‚Galerie der 7 Millionen’ – die zum Beginn des Rundgangs durch die Ausstellung in ihren zahlreichen Schubläden das Andenken vieler Auswanderer bewahrt – sowie das neu geschaffene ‚Studio Migration’. Hier werden die gewohnten Pfade eines Museums verlassen, Aufzeichnungen von gesellschaftlichen Debatten zu Migrationsfragen ermöglicht und Erinnerungen von Zeitzeugen für die Nachwelt erhalten“, schwärmt Teresa Grunwald. Sie betont, dass ihr Arbeitsalltag allein deshalb abwechslungsreich sei, weil sie grundsätzlich an allem interessiert ist, was in „ihrem“ Museum vor sich geht. Regelmäßig übernimmt sie auch Besucherführungen und hält auf diesem Weg den Kontakt zur Zielgruppe. Daher kennt sie Befindlichkeiten und Interessenlagen der Gäste aus eigenem Erleben – überaus hilfreich in der Arbeit für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Zufall oder Bestimmung

Das analytische Instrumentarium für die PR-Arbeit eignete sich Teresa Grunwald während ihres Studiums an. Zudem war sie für eine Zeitung in Bayern als Redakteurin aktiv. Teresa Grunwald hat erkennbar Spaß an der Arbeit und genießt es jeden Tag Neues zu lernen. In der Freizeit zieht es sie oft und gern an den Weserdeich. Wer sich mit ihr über den frischen Wind, dass Wasser und die vorbeiziehenden Schiffe unterhält, den beschleicht das Gefühl, dass der familiäre Besuch in Bremerhaven kein Zufall gewesen sein kann.
Text: Michael Arzenheimer

„Galerie der 7 Millionen“ im Deutschen Auswandererhaus (c) Deutsches Auswandererhaus

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