UN-Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft

Frau Prof. Antje Boetius (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung) gibt Antworten auf Fragen zu Ihrer Berufswahl.

Am 11. Februar wird jährlich der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft gefeiert. Die Vereinten Nationen haben diesen Feiertag 2015 beschlossen, um auf den Unterschied der Geschlechter in wissenschaftlichen Studiengängen und Berufen aufmerksam zu machen. Einer Studie aus 14 Ländern zufolge erreichen 37% aller männlichen Studenten einen Bachelor-Abschluss im Bereich der Wissenschaft, bei den Frauen liegt der Anteil bei nur 18%.

Die Aufmerksamkeit auf einen gleichberechtigten Zugang zur und Teilnahme an der Wissenschaft soll durch den internationalen Feiertag geweckt werden. Auf unsere Fragen zur Berufswahl hat die wissenschaftliche Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Frau Prof. Antje Boetius, stellvertretend für die Wissenschaftlerinnen in den Einrichtungen des städtischen Netzwerks der Pier der Wissenschaft folgende spannende Antworten gegeben:

  1. War für Sie schon immer klar, dass Sie in der Wissenschaft arbeiten und „Karriere machen“ wollen? Und wenn ja, warum?

„Ich habe zwar schon als Kind davon geträumt eine Ozeanentdeckerin zu sein, aber hatte damals weder eine Vorstellung davon, dass Wissenschaftler ein Beruf ist, noch was eigentlich Karriere ist. Es ging mir ja vor allem um den Zugang zum Meer, zu Schiffen und U-Booten – mit einem Professor oder Wissenschaftler habe ich da eher einen etwas angestaubten Job im Büro und Labor verbunden. Erst zum Diplom habe ich langsam verstanden, wie toll es sein könnte, Forscher als Beruf zu sein.“

  1. Denken Sie, dass Frauen/Mädchen es schwerer haben als Männer/Jungen, in der Wissenschaft zu studieren und zu arbeiten?

„Die Statistik zeigt, dass in der Meeresforschung bis zur Doktorarbeit wir so viel Frauen wie Männer haben, und auch noch in den ersten Jahren nach der Promotion. Das belegt, dass Mädchen genauso gut lernen und studieren und forschen können. Doch 5 Jahre nach der Doktorarbeit dünnt sich der Anteil der Frauen in der Wissenschaft aus. Das hat viel damit zu tun, dass dann die Zeit der Familiengründung folgt, und da wird die Arbeit immer noch nicht gleich geteilt zwischen Mann und Frau.“

  1. Würde der Fortschritt in der Forschung bzw. der Wissenschaft Ihrer Meinung nach davon profitieren, wenn mehr Frauen dort arbeiten und studieren würden?

„Die Wissenschaft lebt von Ideen, Kreativität und Offenheit. Von daher ist meine Meinung, dass Vielfalt in der Wissenschaft wichtig ist für den Fortschritt. „

Prof. Antje Boetius, wissenschaftliche Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts (c) Alfred-Wegener-Institut/Kerstin Rolfes

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