European Research Council fördert Potsdamer AWI-Forscher

Projekt SPACE: Neuartige Perspektive auf räumlich-zeitliche Struktur von Klimaänderungen

Wie hängen das globale Klima und regionale Schwankungen von Temperaturen und Niederschlägen zusammen? Auf welche Bandbreite der Schwankungen müssen wir uns einstellen? Um diesen Fragen nachzugehen, erhält Dr. Thomas Laepple in den kommenden fünf Jahren vom European Research Council (ERC) 1,5 Millionen Euro für seine Nachwuchsgruppe SPACE. Mit einem fünfköpfigen Team wird der Klimawissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Potsdam aktuelle Beobachtungen mit der Analyse von Klimaarchiven kombinieren.

Wie die räumliche und die zeitliche Skala von Klimaänderungen zusammenhängen, ist bisher kaum quantifiziert und wird dementsprechend in der Rekonstruktion der Klimageschichte wenig ausgenutzt. „Diese Art der Analyse bietet aber eine große Möglichkeit lokale Klimaschwankungen besser einschätzen zu können“, sagt Thomas Laepple. Im Rahmen seiner bereits existierenden Helmholtz-Nachwuchsgruppe ECUS hat er Klimaarchive und Klimamodelle kombiniert. Er analysiert dafür so unterschiedliche Archive wie Eiskerne, Korallen oder Sedimentkerne und interpretiert beispielsweise biologische und chemische Klimaindikatoren, wie die Verteilung von Pollen oder fossile Reste von Mikroorganismen im Zusammenhang mit aktuellen und historischen Temperaturmessungen.

„In SPACE geht es darum, dieses Wissen aus den Beobachtungsdaten und Klimaarchiven zusammenzusetzen, um daraus die örtlichen Muster (SPACE) zu bestimmen“, sagt Thomas Laepple. Sein Team entwickelt zunächst die Methoden weiter und analysiert beispielsweise Sedimentkerne, die dicht nebeneinander genommen wurden, um lokale Effekte besser korrigieren zu können. Anschließend werden die Wissenschaftler mit modernen Klimadaten von Wetterstationen und mit Hilfe von Klimamodellen an schnellen Schwankungen im Bereich von einem bis zehn Jahren forschen. „Dann tasten wir uns zurück in der Zeit bis zu 1.000 und 10.000 Jahre, wo die Daten aus Sedimenten, Korallen und Eis spärlicher werden. Danach geht es in Klimazustände die kälter (letztes Glaziales Maximum  – vor 21.000 bis 18.000 Jahren) oder wärmer (letzte Warmzeit – vor 128.000 bis 117.000 Jahren) waren als heute, um die Abhängigkeit der Schwankungen von dem mittleren Klimazustand zu bestimmen“, erläutert Thomas Laepple sein Vorgehen.

Seine Forschung soll bessere Rückschlüsse darauf erlauben, wie das globale Klima und regionale Schwankungen zusammenhängen. Dabei geht es um die Beantwortung folgender Kernfragen: Wird das Klima in einer wärmeren Welt stabiler oder variabler? Auf welche Bandbreite der Schwankungen müssen wir uns einstellen und was löst diese Schwankungen aus? Welchen Teil der Schwankungen gab es schon immer und welchen Teil hat der Mensch zu verantworten? Wie homogen sieht die Klimaänderung der Zukunft oder Vergangenheit aus, wird es überall wärmer oder gibt es viele kleinskalige regionale Unterschiede? So können die Ergebnisse dazu beitragen, Anpassungsstrategien für den Klimawandel zu entwickeln.

Der European Research Council (ERC) vergibt die höchstdotierten und renommiertesten Einzelförderungen in Europa. Die Nachwuchsgruppe SPACE ist eines von 390 Projekte aus allen wissenschaftlichen Fachgebieten, die in der ERC-Ausschreibung aus dem Jahr 2016 europaweit gefördert werden.

Gruppenbild Nachwuchsgruppe SPACE (c)Andrew Dolman

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