Bremerhaven liebt den Slam

Traumergebnis bei SCIENCE SLAM der Pier der Wissenschaft

110 Punkte kann das Publikum als Jury vergeben, sensationelle 109 Punkte vereinte die Siegerin am Ende auf sich: Helene Hoffmann vom Alfred-Wegener Institut (AWI) gewann gestern Abend den vierten SCIENCE SLAM der Pier der Wissenschaft. Das zahlreich erschienene Publikum im „storms söben“ war restlos begeistert von den Vorträgen der Wissenschaftlerinnen und der Wissenschaftler aus Bremerhaven. Vorjahressieger Michael Kloster, ebenfalls vom AWI, brachte zur Einstimmung auf den unterhaltsamen Abend nochmal seinen Vortrag über Kieselalgen-Sex. Er hat mittlerweile zusätzlich eine Karriere als Slammer gestartet, vertrat Bremerhaven auch beim Bundesentscheid in Berlin. Dies dürfte Helene Hoffmann erstmal aus Termingründen verwehrt sein: die Siegerin steht unmittelbar vor der Überwinterung in der Antarktis. Ihren Gewinn, eine Reise nach Helgoland, wird sie erst danach antreten.

„Ice, Ice Baby“ hatte Helene Hoffmann ihren Beitrag genannt, der Datierungsmöglichkeiten von Gletschern vorstellt. Nicht nur das Thema, auch die Performance wusste zu überzeugen: In dicker Daunenjacke gestartet, legte sie analog zum Vortrag Schicht um Schicht frei und endete im flotten Kleid. Auch die anderen Vortragenden – Anna Pagnone, Julia Schnetzer, Deborah Tangunan und Martin Schüring – konnten viele Punkte einheimsen.

Begeisterten für ihre Wissenschaftsthemen beim diesjährigen SCIENCE SLAM: Anna Pagnone, Siegerin Helene Hoffmann, Deborah Tangunan, Martin Schüring und Julia Schnetzer. (c) Tim Tange

Nach dem Vorbild des „Poetry Slam“ wird beim „Science Slam“ geballte Wissenschaft präsentiert, verpackt in spannende und anschauliche Vorträge. Maximal zehn Minuten standen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung, um den gut 160 Gästen ihre wissenschaftliche Forschungsarbeit unterhaltsam und verständlich darzubieten und damit die Köpfe und Herzen der Zuschauer zu erreichen. Wie schon im letzten Jahr führe Moderator Andreas Laurenz Maier aus Köln durch den Abend. Bundesweit begleitete er schon mehrfach den öffentlichen Wettstreit unter Wissenschaftlern und ihm fiel auf, dass das Bremerhavener Publikum erstaunlich gemischt war: „Üblicherweise interessieren sich die jungen Leute für das Bühnengeschehen ihrer Kommilitonen oder Berufskollegen, doch hier kamen sämtliche Altersgruppen aus Interesse an der Wissenschaft zusammen – einfach großartig“!

Michael Gerber vom Stadtmarketing der Erlebnis Bremerhaven GmbH, die als Geschäftsstelle des Netzwerks „Pier der Wissenschaft“ den Science Slam zum zweiten Mal organisiert hat, ließ sich von der guten Stimmung leicht anstecken: „Dank der Zuwendungen unseres Förderers, der BEG, sowie angesichts des deutlich spürbaren und gesteigerten Zuspruchs der Wissenschaftler und des Publikums sind wir ermutigt, dem Netzwerk einen fünften SCIENCE SLAM auch für 2018 vorzuschlagen, ebenfalls wieder im ‚storms söben‘“. Dann soll auch das Angebot des Mediencoachings wiederholt werden, dass von den teilnehmenden Slammern im Vorfeld mit großem Erfolg genutzt wurde.

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