Krabbelige Mitbringsel und stachelige Fracht

Das Klimahaus unterstützt das Zollamt Bremen bei ganz speziellen Funden

Haben Sie etwas zu verzollen? Diese Frage wird Reisenden bei der Grenzkontrolle oft gestellt. Doch manchmal bringen Urlauber ganz unfreiwillig Fracht mit, die dann beim Zollamt landet: Zum Beispiel einen verirrten Gecko, der im Koffer eines Vietnam-Urlaubers gefunden wurde. Diese blinden Passagiere werden dann vom Zollamt beschlagnahmt. Eine Zollgebühr wird natürlich nicht erhoben, was aber tun mit dem unfreiwilligen Mitbringsel? Im Klimahaus kennt sich das Team um Dr. Lutz Fischer besonders gut mit Insekten, Spinnentieren, Fischen, Reptilien und Amphibien aus der ganzen Welt aus. Deshalb unterstützt die Wissens- und Erlebniswelt das Zollamt Bremen mit dem Fachwissen der hauseigenen Aquaristik- und Terraristikabteilung.

Was krabbelt denn da?

Dabei geht es nicht nur um die Versorgung der Tiere, sondern zum Beispiel auch um die Bestimmung der Art, ob es sich um ein seltenes Exemplar handelt oder ob es giftig ist. Zum Beispiel fand sich kürzlich ein Skorpion in einer Holzlieferung aus Asien. „Per Foto ist eine Bestimmung der Art nicht immer möglich. Daher nehmen wir die Tiere zunächst bei uns auf und ermitteln dann, um was für ein Insekt oder Reptil es sich handelt“, erklärt Dr. Fischer. Für die Besucher des Klimahauses sind die „Tiere vom Zoll“ allerdings nicht unbedingt sichtbar. „Nachdem wir festgestellt haben, um welches Tier es sich handelt, entscheiden wir, ob es bei uns bleibt und gegebenenfalls in die Ausstellung kommt oder ob wir es an Fachleute weiter vermitteln“, sagt Dr. Fischer. „Es kommt auch vor, dass wir Tiere erhalten, die zwar nicht in die Ausstellung passen, die aber unter Artenschutz stehen und daher bei uns zur Zucht bleiben. So können wir zur Erhalt der Art beitragen.“

Skorpion_Klimahaus
Blinder Passagier: Dieser Skorpion kam über eine Holzlieferung beim Bremischen Zoll an. Im Klimahaus wird er artgerecht versorgt. Bildnachweis: Voigts/Klimahaus

Nicht nur Insekten und Reptilien finden sich im Zoll

Nicht immer sind es Insekten oder Reptilien, für die das Zollamt mit dem Klimahaus zusammenarbeitet. Einige Urlaubsmitbringsel werden unerlaubt nach Deutschland gebracht. Dazu gehören oft Korallenbruchstücke. Viele Urlauber wissen gar nicht, dass das Sammeln von Korallen strengstens verboten ist und diese vom Zoll beschlagnahmt werden. Die Zollämter in Bremen, München und Frankfurt überlassen die Korallen dem Klimahaus. Dort finden sie einen Platz in der Ausstellung und tragen dazu bei, den Besuchern den Zusammenhang zwischen Klimawandel und dem Korallensterben zu erklären.

Im Klimahaus kann man übrigens komplett ohne Zollkontrolle auf Weltreise gehen. Immer entlang des achten Längengrades geht es an neun ganz unterschiedliche Orte. Auf dem Weg erleben die Besucher die Klimazonen der Erde hautnah. Außerdem lernen sie auf ihrer Reise die Menschen aus den verschiedenen Ländern kennen und erfahren, wie sich Wetter, Klima und Klimawandel auf ihr Leben auswirken.

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