Tierische Inventur im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost

Dr. Lutz Fischer und sein Team kümmern sich um 250 verschiedene Tierarten

Im Klimahaus raschelt und wuselt es. Denn auf der Reise entlang des 8. Längengrades erleben die Besucher nicht nur die Klimazonen der Erde, sondern begegnen auch vielen unterschiedlichen Tieren: Zum Beispiel können sie Kugel- Doktor- und Clownfische in der bunten Unterwasserwelt vor der Südseeinsel Samoa bestaunen. Oder sie schrumpfen auf Insektengröße und tauchen in den Mikrokosmos Sardiniens ein, wo ihnen Spinnen, Eidechsen und Schlangen begegnen. In der Reisestation „Kamerun“ entdecken die Weltreisenden die faszinierende Artenvielfalt des Regenwaldes, denn hier sind Warane, Galago-Affen und Stumpfkrokodile zuhause.

Auf Herz und Nieren geprüft

Natürlich wird im Klimahaus großer Wert auf die artgerechte Haltung der tierischen Bewohner gelegt und sichergestellt, dass es allen Tieren gut geht. Deshalb gehört ein regelmäßiger Gesundheitscheck zur Routine der sechs Tierpfleger. Besonders niedlich geht es dabei bei den Galago-Affen und ihren stacheligen Mitbewohnern, den Weißbauchigeln, zu. Sie werden vermessen und gewogen. Die Buschbabys – so werden die Galagos auch umgangssprachlich genannt – wiegen alle zwischen 250 und 310 Gramm. Sie sind also weder zu dick noch zu dünn. Die afrikanischen Weißbauchigel bringen etwas mehr auf die Waage: 360 bis 550 Gramm.

Insgesamt leben 250 Tierarten in der Wissens- und Erlebniswelt. Darunter 135 verschiedene Fischarten, 22 Reptilienarten sowie zahlreiche Spinnengattungen und Insekten. Anders als bei vielen Zoos sind die tierischen Bewohner aber nicht danach ausgesucht worden, ob sie besonders exotisch oder besonders bunt sind. Alle Tiere, die in den Reisestationen leben, sind typisch für das jeweilige Land.

Hauseigene Aufzucht

Das Klimahaus engagiert sich außerdem für den Erhalt der Artenvielfalt. Wo immer es geht, züchtet das Tierpfleger-Team den Nachwuchs für die großen Schaubecken und Terrarien in der eigenen Quarantänestation hinter den Kulissen. Dazu gehören zum Beispiel die Fidschi-Leguane, die in der Station „Samoa“ zu sehen sind. Sie gelten als eine vom Aussterben bedrohte Tierart. „Fidschi-Leguane sind selten in Terrarien oder der freien Wildbahn zu finden“, sagt Dr. Lutz Fischer, der biologische Leiter im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Im Klimahaus hat das Fidschileguan-Pärchen nun schon mehrfach Nachwuchs bekommen. Für einige Tierarten, wie zum Beispiel für die Blaupunktstechrochen und die Stumpfkrokodile, ist das Klimahaus sogar Teil des europäischen Zuchtbuch-Programms.

Derartige Erfolge haben den Aquaristik-Experten im Klimahaus längst einen guten Ruf in der Fachwelt eingetragen. Einmal im Jahr treffen sich Fachleute aus ganz Deutschland zu Aquaristik-Kongressen im Klimahaus. Darüber hinaus steht das Experten-Team im Informationsaustausch mit Instituten, Universitäten, zoologischen und botanischen Einrichtungen, aber auch mit Personen aus dem Hobbybereich und der Zucht. Zahlreiche Kooperationen mit verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel zum Forschungsinstitut Senckenberg, zum Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT), dem Zoo Berlin und dem Zoo in Arnheim bereichern die Arbeit auf beiden Seiten.

Ein Igel sitzt auf einem Handtuch.
Die afrikanischen Weißbauchigel wiegen zwischen 360 und 550 Gramm. (c)Voigts/Klimahaus

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