Interview mit Klimahaus-Meteorologe Michael Theusner zum Weltwettertag

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Heute zum Weltwettertag hat uns Klimahaus-Meteorologen Michael Theusner Frage und Antwort gestanden. Seit sechs Jahren arbeitet der promovierte Meteorologe im Klimahaus Bremerhaven und ist einer von drei wissenschaftlichen Ausstellungsleitern. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Leibniz-Universität Hannover. Sein Haupt-Themengebiet: Alles rund um das Thema „Extrem“-Wetter. Dazu hält er Fachvorträge, macht zwei mal täglich die Wettershow im Wetterstudio des Klimahauses und ist ein gern gesehener Gast lokaler Medien als Wetter-Experte.

Sie sind seit sechs Jahren am Klimahaus und waren vorher an einer Hochschule tätig. Was macht die Arbeit im Klimahaus für Sie aus und was unterscheidet sie von Ihrer vorherigen Tätigkeit?

Die Arbeit am Klimahaus ist sehr abwechslungsreich und interessant. Der große Unterschied zu der reinen Forschungsarbeit ist natürlich der Kontakt mit den vielen Besuchern. Hier im Haus, zum Beispiel in meinen täglichen Wettershows, kann ich meine Begeisterung und mein Wissen über das Wetter an viele Menschen weitergeben.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit als Meteorologe im Klimahaus aus (in ein paar Sätzen)?

Als einer der drei wissenschaftlichen Ausstellungsleiter habe ich viele verschiedene Aufgaben. Ich gebe zum Beispiel Interviews zu spannenden Wetterlagen für Radio und Fernsehen. Außerdem vermittle ich Wissen über Vorträge und Diskussionsrunden mit Schulklassen und Besuchergruppen. Weiterhin gibt es viel Projektarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Ausstellungskonzepte. Dazu kommen das ganz normale Alltagsgeschäft mit der Instandhaltung der bestehenden Ausstellung und die Wettershows. Davon habe ich sicher schon über 2000 gemacht.

Was sind die tollen und besonderen Momente in Ihrem Job? Gibt es vielleicht sogar Lieblingsmomente?

Besonders schön ist es, wenn ich merke, dass ich etwas von meinem eigenen Interesse an Wetter, Extremwetter, Klima und der globalen Erwärmung an Besucher und Schüler weitergeben kann. Und vor allem auch, zu vermitteln, was jeder gegen den Klimawandel tun kann.

 

Wenn man zum Thema „Extrem-Wetter“ recherchiert, was genau muss man sich darunter vorstellen?

Ich versuche mich auf dem Laufenden zu halten was aktuell auf der Erde an Extremwetter stattfindet – und durch die globale Erwärmung gibt es davon inzwischen ja schon deutlich mehr. Beim Informieren helfen Internetquellen: Medienberichte, Blogs, Diskussionsforen und die Seiten der nationalen Wetterdienste, wie zum Beispiel der des Deutschen Wetterdienstes. Und natürlich die weltweit gesammelten Wetterdaten, von denen viele fast in Echtzeit abrufbar sind. Ganz wichtig sind aber auch persönliche Kontakte zu ebenso (extrem-)wetterbegeisterten Meteorologen in anderen Ländern von den USA über Europa bis nach Australien. Da gibt es einen beständigen Austausch.

 

Ist man als Meteorologe etwas abgehärteter, wenn das Wetter besonders „extrem“ ist?

Auch wenn Extremwetterphänomene besonders faszinierend sind, macht es mich schon sehr betroffen, wenn Menschen darunter zu leiden haben. Besonders in Erinnerung ist mir da der Supertaifun Haiyan auf den Philippinen 2013. Schon Tage vorher war Meteorologen weltweit klar, dass es zu einer Katastrophe kommen würde – und man kann kaum etwas dagegen tun.

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Erleben Sie es in Ihrer Freizeit oft, dass Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis sich bei Ihnen scherzhaft beschweren, dass die Wettervorhersage mal wieder nicht gestimmt hat?

Das kommt natürlich vor. Aber es ist halt immer die Frage wo man sich über das Wetter informiert hat. Und im Internet ist für Laien oft nicht erkennbar welche Quellen seriös oder weniger seriös sind. Grundregel: eine detaillierte Vorhersage für 16 Tage im Voraus ist definitiv nicht seriös.

 

Haben Sie mal überlegt, als Meteorologe im TV zu arbeiten, quasi als Wetterfrosch?

So etwas mache ich ja durchaus immer wieder, wenn ich als Klimahaus-Meteorologe von den Regionalprogrammen zu einer interessanten Wetterlage interviewt werde. Außerdem bin ich der Wetterexperte von Radio Ostfriesland, bei denen ich regelmäßig montags und freitags im Frühprogramm zum Wetter der nächsten Tage befragt werde.

 

Was schätzen Sie an unserer Seestadt, die seit 2005 den Titel Stadt der Wissenschaft trägt? Was würden Sie einem Neuankömmling der Wissenschaft empfehlen für sein Leben in der Seestadt?

Ich mag das Meer, die meist sehr frische Luft und das Angebot an Freizeitaktivitäten. Als Empfehlung für Neulinge habe ich natürlich einen Besuch im Klimahaus!

Fotos: Klimahaus Bremerhaven

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