AWI bekommt ein Technikum

Das Alfred-Wegener-Institut bekommt ein Technikum AWI und Stadt Bremerhaven stellen Pläne für zukünftige Nutzung am Handelshafen vor

Gemeinsam mit der Stadt Bremerhaven und der Fischereihafenbetriebsgesellschaft (FBG) hat das Alfred-Wegener-Institut die Nutzungsmöglichkeiten der Fläche an der Klußmannstraße konkretisiert. Auf der gegenüberliegenden Hafenseite des AWI-Campus am Handelshafen soll ein Technikum für technische Entwicklungsarbeiten sowie Expeditionsvorbereitungen entstehen. Der Entwurf von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner, die unter anderem Teile der Hochschule Bremerhaven realisiert haben, setzte sich in einem Ausschreibungsverfahren durch.

Erster Entwurf AWI-Technikum
Erster Entwurf des AWI Technikums (Foto: AWI)

„Wir freuen uns sehr, dass wir nahe unseres Campus Am Handelshafen einen Platz für das Technikum inklusive Erweiterungsmöglichkeiten gefunden haben und diesen nun mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Landes Bremen realisieren können“, sagt Dr. Karsten Wurr, Verwaltungsdirektor des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Im Technikum soll eine große Halle für Expeditionsvorbereitungen entstehen mit verschiedenen Werkstätten, Laboren und Büros. Die bisherigen Räumlichkeiten für die technische Entwicklung und Expeditionsvorbereitungen sind über das Stadtgebiet verteilt. Wenn beispielsweise die Vor- und Nachbereitung für Polarstern-Expeditionen läuft, wird es in vielen AWI-Gebäuden regelmäßig eng, denn die seit Jahren steigende Zahl von Mitarbeitern zwingt alle zum Zusammenrücken.

Technische Innovationen spielen in der Meeres- und Polarforschung eine immer größere Rolle. „Unsere Ingenieure und Wissenschaftler entwickeln beispielsweise Geräte, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in der arktischen Tiefsee eingesetzt werden, oder Eisbohrer, die bei minus 30 Grad in der Antarktis funktionieren müssen. Um diese unter Einsatzbedingungen erproben zu können, sind ein Kälteraum und ein Testbecken geplant. So wollen wir die Forschungsmöglichkeiten des AWI noch weiter stärken“, betont Prof. Dr. Karin Lochte, die Wissenschaftliche Direktorin des AWI.

Städtebauliches Konzept Vogelperspektive
Städtebauliches Konzept für die Nutzung des Geländes an der Klüßemanstraße inklusive des AWI Technikums (Foto: AWI)

Die Planungen für ein AWI-Technikum begannen im Jahr 2013 mit einer Bedarfsabfrage unter den Wissenschaftlern. Zunächst war ein Gebäude direkt am AWI-Campus am Handelshafen angedacht. Es stellte sich jedoch heraus, dass es dort schwierig wird, zusätzlich zum Gebäude auch Lagermöglichkeiten und Stellplätze unterzubringen, wo die typischen Container für die auf Expeditionen eingesetzten Großgeräte platziert werden können. So traf es sich sehr gut, dass die FBG neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände an der Klußmannstraße suchte. Dazu Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz: „Ich bin von dem Wettbewerbsergebnis für den Neubau des Technikums des AWI sehr überzeugt. Das Gebäude wird städtebaulich für die neue Struktur der Klußmannstraße ein außergewöhnliches Entrée sein. Zudem bin ich froh, dass das ehemalige Verwaltungsgebäude der Deutschen See sinnvoll vom AWI genutzt werden wird. Das ist ein großer Zugewinn für den weiteren Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsmeile.“

Nachdem sich alle einig waren, wie das Gelände zukünftig genutzt werden soll, wurde eine Ausschreibung für die Planung des Gesamtgeländes auf den Weg gebracht. Durchgesetzt hat sich dabei der Entwurf von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner aus Köln/Leipzig (ksg). Das städtebauliche Konzept bietet neben dem Technikum auch Erweiterungsmöglichkeiten für andere Nutzer. Weiterhin wird das AWI im ehemaligen Gebäude der Deutschen See Büroräume beziehen. Bis die Ingenieure und Wissenschaftler das Technikum nutzen können, wird es allerdings noch einige Zeit dauern: Zunächst müssen jetzt Ausschreibungen für den Bau und die Einrichtung der Gebäude auf den Weg gebracht werden. Mit dem Spatenstich für das Technikum rechnen die Verantwortlichen Anfang des Jahres 2018, mit der Fertigstellung im Jahr 2020.

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