Interview mit Nik Probst vom Thünen-Institut

Nik Probst

Nik Probst bearbeitet für das Thünen-Institut für Seefischerei die Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). Die MSRL ist eine Meerespolitik der Europäischen Union, um die Mitgliedsstaaten zum Schutz und der Verbesserung der Meeresumwelt in die Pflicht zu nehmen. Als Fischereibiologe untersucht Nik die Auswirkungen von Fischerei auf die Meeresumwelt. Dabei sucht er auch neue Methoden für die Bewertung des Zustands von Fischpopulationen und Fischgemeinschaften und arbeitet somit direkt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik.

Wollten Sie schon immer in Ihrem Beruf arbeiten? Wie sind Sie dazu gekommen?

Das Meer hat mich schon immer fasziniert. Häufig, wenn ich an einem offenen Gewässer vorbei komme, bleibe ich stehen um zu schauen, wie klar das Wasser ist. Ich möchte dann einen Blick ins Wasser werfen, um zu sehen ob man Algen, Wasserpflanzen oder Fische erkennen kann. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich als Kind oft im Urlaub am Mittelmeer war, und dort viel geschnorchelt habe. Was ich dort gesehen habe, zählt mit zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.

Was finden Sie an Ihrer Arbeit toll, welche Momente sind besonders?

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich und ich kann viele Elemente frei gestalten. Ich kann mir manchmal Themen aussuchen, die ich bearbeiten möchte, reise regelmäßig und treffe Kolleginnen und Kollegen aus vielen verschiedenen Ländern.

Wann können Sie bei Ihrer Arbeit sagen, dass Sie etwas Besonderes erreicht haben? Womit retten Sie die Welt?

Ich fühle mich besonders stolz, wenn ich eine Arbeit von mir als Paper in einer wissenschaftlichen Zeitschrift sehe. Das Layout der Zeitschrift verfremdet meine eigene Arbeit so sehr, dass ich merke: “Jetzt habe ich es aus der Hand gegeben, jetzt ist das Ding in der Welt“. Wenn mich dann mal jemand auf das Paper anspricht oder mit mir über den Inhalt diskutiert, ist das ein Gefühl der Anerkennung.

Allerdings glaube ich nicht, dass solche Arbeiten direkt die Welt retten, dafür werden wissenschaftliche Studien zu wenig in der Politik und Öffentlichkeit wahrgenommen. Es dauert oft eine ganze Weile, bis sich die Ideen der wissenschaftlichen Community auch in der Politik durchsetzen und neue Wege begangen werden. Aber man kann Teil dieses Prozesses sein und versuchen, ihn etwas zu beschleunigen.

Gibt es einen Aspekt Ihrer Arbeit, den Sie besonders toll finden?

Mir macht besonders die Auswahl eines neuen Forschungsthemas Spaß. Wenn man sich einer Fragestellung nähert und überlegt, wie man die Analyse aufbauen könnte und dann die ersten Ergebnisse als Grafiken darstellt, dann kann das schon sehr spannend sein.

Spaß machen auch Seereisen, auf denen man viele Fischarten sieht und das Meer erleben kann. Man muss sich dann auch intensiv mit den Menschen auf dem Schiff auseinander setzen, dass kann lustig, aufregend, anstrengend oder inspirierend sein.

Wann und warum führte Sie Ihr Weg nach Bremerhaven?

Ich bin noch nicht in Bremerhaven, werde dort aber bald arbeiten. Zugegebenermaßen habe ich mir diese Situation nicht selbst ausgesucht, da meine Arbeitsstelle, das Thünen-Institut für Seefischerei, 2017 von Hamburg nach Bremerhaven verlegt wird.

Was schätzen Sie an der Stadt der Wissenschaft? Was würden Sie einem Neuankömmling der Wissenschaft empfehlen für sein Leben in der Seestadt?

Das kann ich leider noch nicht sagen, würde mich aber selber über ein paar Tipps freuen.

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