Jana Geuer: Letzter Fahrtbericht von der Maria S Merian

Küste Westislands
Küste Westislands (Quelle: Claudia Burau)

Nach der ausführlichen Beprobung des grönländischen Scoresbysunds begaben wir uns in den isländischen Arnarfjörður (Adlerfjord), zweitgrößter der Westfjorde Islands. Schnell stellten wir fest, dass es sich, mit einer Tiefe von maximal etwa 120 m, um einen vergleichsweise flachen Fjord handelt und dass beim Navigieren dadurch besondere Vorsicht geboten war. Obwohl die Überfahrt nach Island nur einen Tag in Anspruch nahm, änderte sich das Bild der Landschaft sehr schnell. Die Eisberge verschwanden und die kargen Felsen Grönlands wichen einer sehr grünen Landschaft auf denen deutliche Spuren der Zivilisation zu sehen waren.

Quallententakel am Wasserschöpfer
Quallententakel am Wasserschöpfer (Quelle: Claudia Burau)

Im Wasser befanden sich nun neben dem einen oder anderen neugierigen Wal neue Begleiter: Quallen aller Arten und Größen. Wann immer wir den Wasserschöpfer aus dem Wasser holten, wurde dieser zunächst ordentlich geduscht, um die nesselnden Tentakel abzuspülen bevor wir unsere Proben nahmen. Der Arnarfjörður hat etwas weniger als ein Zehntel der Länge des Scoresbysunds. Dementsprechend wenig Zeit nahm die Probennahme hier in Anspruch.

Proben aus diesem eisfreien Fjord sollen uns eine Vergleichsmöglichkeit zu den stark von Gletschern beeinflussten Fjordsystemen liefern. Wir wählten unsere Stationen so, dass sie sich mit den Lokationen einer vor 4 Jahren durchgeführten früheren Expedition mit der MS Merian deckten, sodass wir hier Vergleichswerte erhalten können.

Anlegen im Hafen von Reykjavik
Anlegen im Hafen von Reykjavik (Quelle: Jana Geuer)

Nachdem die letzte Station angefahren war, begann das große Packen, was insgesamt mehr als 2 Tage beanspruchte. Nachdem die letzten Proben prozessiert waren, wurde alles wieder in die Kisten geräumt und in unseren Frachtcontainer gestaut. Dank guter Manövrierfähigkeiten unserer fleißigen Packer passte schlussendlich alles. Nachdem dies und der dazugehörige Papierkram erledigt war, blieb uns noch die Aufgabe, die Labore zu reinigen.Wie schon zu Beginn löste sich auch dieses bunte Chaos irgendwann, sodass wir am nächsten Morgen entspannt, aber ein wenig melancholisch gestimmt in Reykjavik anlegen konnten.

Damit ging unsere dreiwöchige Ausfahrt auf Maria S. Merian zu Ende. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Kapitän und Mannschaft dieses wundervollen Forschungsschiffs für die tolle Unterstützung bedanken.

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