Jana Geuer: Bericht von einem Forschungsschiff

Jana Geuer von der Hochschule Bremerhaven ist auf dem Forschungsschiff Maria S. Merian auf der Expedition mit der Kennung MSM-56 vom 2. Juli bis zum 25. Juli 2016 zwischen Longyearbyen und Reykjavik unterwegs und berichtet in regelmäßigen Abständen über ihre Erlebnisse:

1. Fahrtbericht für die Hochschule Bremerhaven

Seit einigen Tagen befinden wir uns nun schon an Bord des Forschungsschiffes Maria S. Merian. Unsere Reise begann in Longyearbyen, wo sich die Teilnehmer der Reise aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und den USA an Bord trafen.

Verladen des Reinraumcontainers
Forschungsschiff Maria S. Merian (Quelle: Jana Geuer)

Hier kamen nicht nur die verschiedenen wissenschaftlichen Teams an Bord, sondern auch die gesamte Laborausrüstung; gut verstaut in Containern und Kisten. Und nicht nur das – auch ein mobiler Reinraum-Laborcontainer wurde, in einem beeindruckenden logistischen Manöver, durch zwei enge Luken tief in den Bauch des Schiffes gelassen.

Es dauerte zwei sehr aufregende Tage bis alle Materialien und Geräte ausgeladen und in den verschiedenen Laboratorien installiert waren. Das dabei entstehende augenscheinliche Chaos ließ sich dabei durch gute Zusammenarbeit und die tolle, hilfsbereite Schiffscrew überraschend schnell bewältigen. Während die Aufbauarbeiten noch stattfanden, reisten wir zum Kongsfjord; unserer ersten Probenregion. Bereits am Morgen konnte somit an der Mündung des Fjordes die erste Teststation stattfinden. Eine solche Station ist sinnvoll und hilfreich, um die geplanten Probennahmen und Abläufe an Bord aufeinander abzustimmen.

Mündung des Kongsfjord zu Mitternacht
Mündung des Kongsfjord zu Mitternacht (Quelle: Boris Koch)

Die sommerliche Arktis zeigt sich uns von ihrer schönsten Seite mit einer sehr ruhigen See und rund um die Uhr Sonne. Kurz nach der Mittsommerwende ist es hier immer taghell, sodass man auch um Mitternacht noch ein nächtliches Sonnenbad genießen kann.

Da die Expedition uns in arktische Fjorde führt, begleitet uns nicht nur die Aussicht auf den weiten Ozean, sondern außerdem eine sehr einzigartige braun-weiße Berglandschaft mit vielen Gletschern. Einigen kann man den Klimawandel sehr deutlich ansehen; große Krater und Täler zeichnen dort die Landschaft, wo sich früher einmal dicke Eisschichten türmten. Dabei handelt es sich noch immer um eine faszinierende, unberührte Gegend, in der man vornehmlich verschiedenen Vögeln und mit etwas Glück sogar Walen begegnen kann.

Kongsbreen
Kongsbreen (Quelle: Boris Koch)

Die eigentliche Arbeit begann im Inneren des Kongsfjord, direkt vor dem Kongsfjord-Gletscher (Kongsbreen), in dem wir unser intensives Stationsprogramm begannen. Auf dem Rückweg aus dem Fjord fuhren wir in regelmäßigen Abständen Stationen an. Unmittelbar nach jeder Probennahme erfolgen weitere Arbeitsschritte im Labor um die frisch gewonnen Proben weiterzuverarbeiten. Nach wenigen Tagen haben sich die Arbeitsabläufe weitestgehend eingespielt und dank der großartigen Zusammenarbeit mit der Crew der Merian sind die Feldarbeiten deswegen nun in vollem Gange und wir konnten uns sogar bereits über einige Ergebnisse der ersten Gruppen freuen.

Quelle & Urheberrecht: Hochschulblog HS Bremerhaven

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